Einen Menschen loszulassen ist die schwerste Aufgabe, vor die uns das Leben stellt. Die Endgültigkeit des Todes macht uns hilflos. Eben noch war uns jemand so nahe. Jetzt bleibt dieser Platz für immer leer.
Die Trennung von einem Menschen, der uns verbunden war, kann das eigene Leben ins Wanken bringen. Selbst wenn sich der Tod lange vorher angekündigt hat, zum Beispiel durch eine schwere Krankheit, wird er doch häufig als „plötzlich“ erlebt. Manche Menschen fühlen dann vielleicht sogar mehr Wut und Zorn als Trauer.
Der Tod im hohen Lebensalter, zuhause im Kreis der Familie ist nur selten der Fall. Viele Menschen sterben im Krankenhaus, nicht selten nach längerer Krankheit. Dieses Leid mit ansehen zu müssen und nicht helfen zu können belastet die Angehörigen meist sehr. So ist es nur verständlich, dass der Tod auch als „Erlösung“ empfunden werden kann.
Im Gegensatz dazu trifft uns der Tod besonders, wenn ein Kind oder ein junger Mensch stirbt. Die Frage nach dem „Warum?“ bleibt dann noch quälender im Raum stehen.
Es ist wichtig, diesen Gefühlen von Hilflosigkeit, Traurigkeit oder auch Zorn Raum zu geben. Zur Beschäftigung mit dem Tod gehört, dass wir seine Gegenwart nicht leugnen und ihn nicht aus unserem Leben ausklammern.
Wenn wir jemanden „gehen lassen“ müssen, dürfen wir uns auch selbst ein Stück weit „gehen lassen“ und Gefühle wie Angst und Trauer zeigen.
EKHN
EKHNNach einer Trauerfeier nochmal gemeinsam Erinnerungen raussuchen, sich erzählen und austauschen zu dem, wer die oder der Verstorbene für uns war: Das ist gut möglich bei einem gemeinsamen Kaffee und Kuchen. Manche Orte nennen das sogar speziell “Der Tröster”: Die Idee ist, nach einem solchen Abschied nicht allein zu sein und sich gegenseitig mit guten Erinnerungen zu stärken. Manchmal tröstet es ja tatsächlich zu spüren, dass der eigene liebste Mensch auch für andere Menschen wichtig war. Manchmal finden sich sogar noch Fotos oder Geschichten, die neu sind und die einen stärken.
Eine Möglichkeit für so ein Beerdigungscafé ist, dass die Damen unserer Frauenhilfe Sie bewirten in Räumen der Kirchengemeinde. Dabei gibt es nach Wunsch Suppe und/oder Kuchen und Kaffee/ Saft/ Wasser. Da in dem Raum dann anders als in öffentlichen Cafés oder Gaststätten keine anderen Gäste sind, ist es eine besondere Atmosphäre. Und es gibt die Möglichkeit, in Gemeinschaft noch einmal Erinnerungen des Erlebten nachzugehen.
Näheres hierzu erfahren Sie über das Gemeindebüro Tel.: 06196 93148-10 und Mail: kirchengemeinde.eschborn(at)ekhn.de
unplash.comWenn ein Mensch zu Hause stirbt, dann muss zunächst ein Arzt verständigt werden. Rufen Sie am besten den Hausarzt des verstorbenen Menschen an. Dieser stellt den Totenschein aus.
Sie sollten ein Bestattungsinstitut informieren. Ein solches Unternehmen kann sehr entlasten, da es die Organisation der Bestattung übernimmt und Ihnen zusätzlich viele Formalitäten abnimmt. Vielleicht kennen Sie ein Institut in Ihrer Nähe, oder Sie sehen im Branchenbuch nach. In Eschborn sind das meist die Pietät Günther Schell oder die Pietät Schiebener.
Diese regeln den Termin der Bestattung, auch mit unserem Pfarrteam. Es gehört zu unseren Auftrag, Sterbende und Hinterbliebene zu begleiten und seelsorgerlich für sie da zu sein.
Gerne nehmen wir eine Aussegnung noch zu Hause, im Krankenhaus oder im Altenheim vor, wenn Sie das wünschen. Oft erleichtert das den Schritt, wenn der Verstorbene durch das Bestattungsinstitut abgeholt wird. Ein schmerzlicher Schritt auf dem Weg der Trauer und des Abschiednehmens.
Wir vereinbaren vom Pfarrteam aus mit Ihnen einen Termin für ein Gespräch. Das Gespräch dient dem Andenken des verstorbenen Menschen. Sie haben die Möglichkeit von dem verstorbenen Menschen zu erzählen. Vielleicht gibt es ein Bibelwort, das im Leben dieses Menschen wichtig war. Des Weiteren besteht hier die Möglichkeit alle noch offen Fragen im Blick auf die Bestattung zu klären.
privatPfarrerin Christine Lungershausen erreichen Sie unter 01573-3688271
Pfarrer Johannes Kalchreuter erreichen Sie unter 06196-7694735
© Tobias Frick / fundus.mediaDie Telefonseelsorge in Deutschland ist ein Seelsorgeangebot in Verantwortung der Evangelischen und der Katholischen Kirche. Sie ist telefonisch rund um die Uhr bundeseinheitlich gebührenfrei erreichbar unter:
0800 1110111 I 0800 1110222
oder 0800 116123
© trauernetz.deDie Trauer um einen lieben Menschen begleitet all die, denen ein lieber Mensch fehlt, weil er oder sie gestorben ist. Wie gut, wenn man mit seiner Trauer nicht alleine bleiben muss. Neben dem persönlichen Kontakt, steht Ihnen die evangelische Kirche auch im Internet zur Seite unter www.trauernetz.de
In Trauer nicht alleine sein, sondern sich mit anderen austauschen. Das kann helfen.
In unserer Kirchengemeinde und den benachbarten Gemeinden gibt es immer wieder verschiedene Trauerseminare.
In 2026 gibt es ab April Trauerspaziergänge: Wir treffen uns einmal im Monat, jeweils am letzten Mittwoch im Monat: 29. April, 27. Mai, 24. Juni, 29. Juli, 26. August um 16.30 Uhr. Wir treffen uns in Christ-König, gehen ca. 1 Stunde spazieren (angepasst an das jeweilige Tempo) und enden mit einem gemeinsamen Kaffee und Kuchen. Angebot von Pfr.in Ch. Lungershausen & Gemeindereferentin Angelika Olbrich & Trauerbegleiterin Ruth Coors.
Auskunft dazu kann Ihnen Christine Lungershausen geben:
Tel.: 01573-3688271
E-Mail: christine.lungershausen(at)ekhn.de
LungershausenManchmal tut es einige Monate nach der Beisetzung eines Angehörigen gut, nochmal von ihm oder ihr zu erzählen. Oder gemeinsam mit jemand anderem ans Grab zu gehen und nochmal Abschied zu nehmen oder eine Bitte in den Himmel zu schicken. Wir sind gerne für Sie da, begleiten und hören zu. Melden Sie sich gerne dafür bei uns.
Zu bestimmten Terminen sind wir dafür auch auf dem Friedhof präsent: Manchmal am "Tag des Friedhofs", immer aber am"Ewigkeitssonntag"(der letzte Sonntag im Kirchenjahr vor dem ersten Adventssonntag) bieten wir Andacht und Begleitung auf dem Friedhof an. Im Gottesdienst um 10:30 Uhr in der Evangelischen Kirche werden die Namen der Verstorbenen des letzten Jahres verlesen und ihrer gedacht. Um 14 Uhr spielt der CVJM-Posaunenchor auf dem Friedhof an der Hunsrücker Straße, um 14.30 Uhr gibt es eine gemeinsame Andacht.
Wir sind gerne für Sie da, begleiten und hören zu. Melden Sie sich gerne dafür bei uns.
Pfarrerin Dr. Christine Lungershausen, Tel.: 01573-3688271 und christine.lungershausen(at)ekhn.de
Pfarrer Johannes Kalchreuter, Tel.: 06196 7694735 und johannes.kalchreuter(at)ekhn.de
Lungershausen
Nichts vergessen / T. SternbergEs ist eine Herausforderung, mit Kindern über den Tod zu sprechen - vor allem, wenn einem das Thema selbst so nah geht. Es gibt einige Bücher für verschiedene Altersgruppen, die es erleichtern können: Dann redet man über das Buch und das, was da drin steht, und kriegt selbst noch ein paar zusätzliche Bilder.
Entwicklungspsychologisch bedingt haben Kinder verschiedene Zugänge zum Tod. Natürlich gibt es keine festen Stufen, aber Entwicklungen. Bis zum 5. Lebensjahr ist es meistens schwer, sich die Endgültigkeit des Todes vorzustellen. Spürbar ist vor allem der Verlust. Kinder brauchen in dem Alter Unterstützung, die Trennung wahrzunehmen und zu spüren, dass dass Wohlergehen, die Stabilität der eigenen Welt bestehen bleibt.
Bis zum 9. Lebensjahr ungefähr erkenne Kinder, dass alle Lebewesen sterben müssen. In der Vorstellung sind es aber meist die anderen, die sterben. Wichtig für uns Erwachsene ist es, die Angst der Kinder vorm Tod ernst zu nehmen und gleichzeitig transparent zu machen, was im Fall des Todes von Angehörigen passiert. Alles Technische und Organisatorische rund um den Tod wird interessanter.
Ab dem 9. Lebensjahr kommt meistens die eigene Sterblichkeit stärker in den Blick. Die Frage nach Gott und dem Schicksal und was nach dem Tod kommt, kann sehr akut werden. In dem Alter hilft es, wenn wir Erwachsene gemeinsam mit ihnen nach Bildern suchen, was nach dem Tod sein kann. Entscheidend ist aber, dass man den Kindern nichts von einem Himmel erzählt, an den man selbst nicht glaubt. Denn Kinder spüren, was wir für wahr halten und was wir vor schummeln. Lieber dann von verschiedenen Bildern anderer erzählen oder sich Bilderbücher anschauen und das als die Wahrheit der Erzählerin stehen lassen.
Deswegen haben wir Ihnen hier Bücher zusammengestellt, die unserem Eindruck nach tragende Vorstellungen vermitteln.
Grundsätzlich wird empfohlen, Kinder mit auf Beerdigungen zu nehmen. Meistens macht das weniger Angst und ist anschaulicher als ausgeschlossen zu werden. Sinnvoll ist es, wenn man selbst zu stark involviert ist, eine dauerhaft emotional stabile Begleitung für das Kind auf der Beerdigung zu haben, die Oma oder den Paten oder eine andere vertraute Person, die sich emotional ganz auf das Kind einlassen und es stützen kann.
Diese und andere Empfehlung und Erkenntnisse finden Sie auch in dem Kinderbuch "Wo die Toten zu Hause sind" von Christine Hubka und Nina Hammerle. Verschiedene Bilder vom Himmel vermittelt das Buch "Wo gehst Du hin, Opa?". Um mit Kindern Trauer und Abschied und bleibende Traurigkeit aufzufangen, hilft das Buch "Weil Du mir so fehlst". Auf der hinterlegten Seite finden Sie auch weitere gute Bücher zum Thema. Die eher technischen Fragen finden gute Antworten in "Wieso, weshalb, warum? Abschied, Tod und Trauer".
© Tyrolia“Alle Tiere und Menschen haben ein Zuhause, was aber, wenn sie der Tod aus ihrer Welt herausreißt? Die Menschen sind dann bei Gott zu Hause und die Autorin lässt die Kinder in den Himmel hinein blicken. In erzählerischer Weise werden die Hinweise und Bilder, die Jesus vom Leben nach dem Tod gegeben hat, dargestellt.” [Tyrolia]
© Aracari Verlag“Emmis Opa ist sehr, sehr krank. Vielleicht muss er von ihr gehen. «Opa? Wo willst du denn hingehen?», fragt Emmi leise. Der Opa dreht ihr den Kopf zu und schaut sie lange an. «Es ist ein Geheimnis und ein Abenteuer», flüstert er schließlich. Emmi mag Geheimnisse – und Abenteuer auch. «Erzähl mir davon, Opa!»” [Aracari Verlag]
© Carlsen“Jedes Kind darf traurig sein. … Aber manchmal sind Trauer und Verlust zu groß, um gut bewältigt zu werden. Mit diesem Buch lernen Kinder, besser mit Traurigkeit umzugehen. Und Erwachsene lernen, besser mit der Traurigkeit der Kinder umzugehen. Und schließlich wird auch gemeinsam wieder gelacht.” [Carlsen]
© Tienemann Verlag“Ein Sachbilderbuch, das Kinderfragen zu Tod und Trauer beantwortet. Von der erfahrenen Familien-Trauerbegleiterin Mechthild Schroeter-Rupieper geschrieben. Einzigartig: Geschichte und echte Kinderfragen in einem Buch.” [Thienemann Verlag]
© Ravensburger“Der Tod macht uns sprachlos, doch Kinder fragen trotzdem: Was passiert, wenn man stirbt? Wie trauern wir? Darf ich lachen, wenn ihr traurig seid? Was ist eine Beerdigung? Dieses Buch bietet Antworten und hilft dabei, mit Kindern offen und ehrlich über den Tod zu sprechen. Mit einfühlsamen Bildern und Sachtexten.” [Ravensburger]
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Bella Krahl
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